Heimatmuseum Berchtoldshof

Außenansicht des Heimatmuseums Berchtoldshof

Sonntag, 30. September 2018 (Verkaufsoffener Sonntag Uhingen)
Unser Museum im Berchtholdhof in der Stadtmitte lädt regelmäßig ein zum Rundgang durch die lange und facettenreiche Geschichte unserer Stadt. Museumsleiterin Margit Haas weiß um die ersten Siedlungsspuren ebenso wie um die Bedeutung der Alamannengräber, die in den achtziger Jahren zum Vorschein kamen. Sie kennt die Geschichte der Glasmacher im Nassachtal und schlägt in der Sammlung Esenwein den Bogen aus der Vergangenheit in die Gegenwart.
Während des verkaufsoffenen Sonntags wird sie um 13.30 und 14.30 Uhr jeweils zu einer Führung einladen. Der Eintritt ist frei.

Führungen für Schulklassen, Kindergärten und Gruppen sind gerne auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.
Anmeldung bei Margit Haas, Tel. 07161/69423, E-Mail: mh@margit-haas.de

 

Geschichte

Der Berchtoldshof war ursprünglich als württembergisches Lehen über Jahrhunderte hinweg eines der größten Anwesen in Uhingen. Aus den Lager- und Kaufbüchern sind über den Berchtoldshof interessante Daten überliefert.

Im Jahre 1477 bezeugt ein Eintrag im Lagerbuch, Seite 243, das heute im Staatsarchiv in Stuttgart aufbewahrt wird, daß die Verwalter Ulrich Cleib und Gyfer Rumpold je zur Hälfte den Berchtoldshof in Uhingen verwalten.

1980 kaufte die Gemeinde das Gebäude und renovierte es grundlegend. Seit dieser Zeit ist der Berchtoldshof mit dem Heimatmuseum eines der kulturellen Zentren Uhingens.

Das Heimatmuseum Berchtoldshof gliedert sich in drei Teile: Besiedlung des Raums im Unteren Filstal, Glasmacher im Nassachtal und eine Sammlung bäuerlichen Kulturguts von Georg Esenwein.
Der vor- und frühgeschichtliche Teil reicht zurück in die Steinzeit und zeigt frühgeschichtliche Funde aus Uhingen; insbesondere aus der Alemannenzeit. Gräberfunde, Waffen und Hausgeräte aus dieser Epoche, wie auch ein Hortfund aus der Urnenfelderzeit vermitteln einen Einblick in die damalige Lebensweise.

Eine Besonderheit stellt die Abteilung über die mittelalterliche Glasherstellung im Nassachtal dar. Vom 15. Jahrhundert bis 1553 war diese im Nassachtal ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Nachfahren der dort ansässigen Glasmacherfamilie Greiner wurden im 16. Jahrhundert zu den Mitbegründern der bekannten Glasindustrie in Thüringen. Werkzeuge, Rekonstruktionen, sowie eine Vielzahl von Glasresten, die bei archäologischen Ausgrabungen des Landesdenkmalamtes Stuttgart im Nassachtal gemacht wurden, geben einen umfassenden Einblick in die Glasherstellung und –bearbeitung. Dieser Bereich zieht fachlich interessierte Besucher aus ganz Deutschland, ja Europa, an.

Eine von einem Privatsammler im Dachgeschoß eingerichtete Heimatstube zeigt neben Versteinerungen und vor- und frühgeschichtlichen Funden die frühere bäuerliche Lebensweise anhand vielfältiger Arbeits- und Hausgeräte aus dem bäuerlichen Alltag, wie Gabeln, Schaufeln, Siebe, Steinzeug und einen seltenen, aus Stroh geflochtenen Bienenkorb.

Zur Konzeption der Stadt für den Berchtoldshof gehörte von Anfang an der Wunsch, ständig Besucher und kein verstaubtes Museum zu haben. 

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