Fotomuseum Uhingen
|
GEÄNDERTE ÖFFNUNGSZEITEN!!!
Das Fotomuseum ist an folgenden Samstagen jeweils von 15 bis 17 Uhr für Sie geöffnet:
14.04. / 12.05. / 09.06. / 14.07. / 08.09. / 13.10. / 10.11.
Führungen nach Vereinbarung
Rathaus Uhingen, Tel. 07161/9380-113, Fax 07161/9380-199
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Einführung in die Ausstellung
Fotohistorische Sammlung G. + W. Pabst im Rathaus Uhingen.
Seit über fünfzig Jahren, als wir aus der damaligen "Sowjetzone" in die Bundesrepublik gekommen sind, sammeln meine Frau und ich alles, was mit der Fotogeschichte verbunden ist. In unserem bescheidenen Einfamilienhaus, stapeln sich die Exponate. Uhingen, wo wir leben, liegt geographisch gesehen neben der B 10 Stuttgart - Ulm auf dem ersten Drittel des Weges. Unsere Berufsarbeit als Fotojournalisten hat die Suche nach Photografica erleichtert. Egal, ob wir in Deutschland, Schweden, England, Spanien, Frankreich oder Nordafrika unterwegs waren, wir sind immer fündig geworden, sogar in Peking waren wir erfolgreich. Zum einhundertfünfzigsten Geburtstag der Fotografie, im Jahre 1989, durften wir in zwei Etagen im Heimatmuseum der Kreisstadt unsere Schätze ausbreiten. Die Ausstellung in der Sommerzeit war sehr erfolgreich. Dieses Erfolgserlebnis hat uns beflügelt und einige Anfragen eingebracht, unsere Sammlung zu übereignen. Wie andere Sammler wollten wir unsere Schätze gern der Öffentlichkeit zeigen. Wir haben mit Oberbürgermeistern und Bürgermeistern verhandelt, vor den Gemeindeparlamenten Vorträge gehalten, aber zu einem Vertrag ist es nie gekommen, resigniert hatten wir aufgegeben. An unsere Heimatgemeinde sind wir nicht herangetreten. Als eine Verbindung zustande kam, gab es in der ersten Unterredung den praktischen Vorschlag unseres „Schultes“ leer stehende Räume im Rathaus zu nutzen. Am 12. Dezember 2003 gab es eine gut besuchte Festveranstaltung im Foyer des Rathauses, bei der alles gebrieft und gesiegelt wurde. Die Museumsräume sind durch einen großen Flur miteinander verbunden. Den nutzen wir als Vortragsraum und Bildergalerie. Hier zeigen wir auch die Anfänge der Fotografie mit Bildern ihrer Erfinder. Es gibt Portraits der Pioniere von Petzval über Zapp, bis Voigtländer. In einem Diorama, das Freunde gebaut haben, zeigen wir die Schwierigkeiten, die Welt abzuzeichnen. Für den Vortragsraum hat uns ein im Ort ansässiges Handelshaus eine motorbetriebene Leinwand geschenkt. Wer das kleine Museum betritt wird von einem "Blitzlichtgewitter" begrüßt. Ein Freund hat aus 8 Elektronikteilen der Einwegkameras das „Blitzgewitter“ gebaut. Der Nachbau der Daguerre Kamera und der Voigtländerschen Metallkamera stehen hier. Im ersten Raum zeigen wir ein Atelier um 1900, nicht komplett, die Vorhänge an der Decke und den Wänden ließen sich bautechnisch nicht realisieren. Vergrößerte Bilder zeigen die Folterwerkzeuge der Frühzeit, der nachgebaute Körperhalter geht unter. Optischer Mittelpunkt ist die Atelierkamera im Gabelstativ nach dem Vorbild von Herbst und Firl aus Görlitz. In einer Vitrine liegen frühe Bilder der Fotogeschichte, beginnend mit einer Daguerreotypie. Breiten Raum haben wir der > carte de visite < gegeben. Dann führen wir die Besucher in die Werkstatt. Die Dunkelkammer ist reich bestückt, historische Vergrößerer, Lampen, Kopierrahmen, Schalen und Kleinkram veranschaulichen die Bildwerdung. Sehr stolz sind wir auf die handgeschriebene Rezeptesammlung in Sütterlinschrift. Einen richtigen Retuschierplatz zeigen wir, ebenfalls einen Reprostand. Ein kleiner Platz erläutert die Arbeit der Polizei mit der Stereomeßkamera SMK 40, die unserem Museum von Herrn Polizeipräsident Konrad Jelden zur Eröffnung einer Sonderausstellung als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt wurde. Der dritte Raum ist der Technik vorbehalten. Die Ausstellung beginnt mit der Urleica - Replica. In loser Folge versuchen wir den Einfluss des von Oskar Barnack erdachten Bildformats 24 x 36 mm auf die Weiterentwicklung im Kamerabau zu vermitteln. Die Contax I wird zusammen mit Sucherrkameras gezeigt. Dann leiten wir über zur Kleinbildspiegelreflex, im Mittelpunkt steht die Kine Exakta. Aus Platzgründen mussten wir uns auf die enge Auswahl einiger schöner Stücke, wie Bessamatic, Rectaflex und artverwandter Exponate beschränken. Bei den 6 x 6 Kameras dominiert die Rolleiflex von 1929, diese Reihe schließt mit einem Reflex aktuellen Nachbau aus China ab. Natürlich fehlen weder Hasselblad, noch Kochmann Korelle und Primarreflex. Wir zeigen wenige Projektoren, bei Stereogeräten stellen wir sowohl historische Kameras, als auch Betrachter aus. Plattenkameras sind unterrepräsentiert, auch Rollfilmkameras zeigen wir nur begrenzt. Wir streuen didaktische Hinweise ein, z.B. für Stereoaufnahmen und geben Beispiele für Reproduktionen. Bei der Belichtungsmessung zeigen wir das Modul zur Innenmessung im Kameragehäuse, das Karl Nüchterlein ausgeknobelt hatte. Bei den Führungen vergessen wir nie, zu erwähnen, dass es die deutsche Industrie verschlafen hat, diese Idee in die Praxis umzusetzen, die Japaner haben damit den Markt erobert. Bei der Blitzlichtgeschichte glänzen wir mit einem ersten Vacublitz und zeigen seine Miniaturisierung, das gilt auch für den Elektronenblitz. Porzellan und Fotokitsch sind vertreten. Bei den Boxkameras haben wir eine Linie eingerichtet, sie beginnt mit Bulls Eye über die 4 RM Box bis zum Clowngesicht, die auf der 110er Patrone aufgebaut ist. Großes Interesse findet eine Schau, die von Dr. Krügeners Delta Detektivkamera angeführt wird. Stirns Knopflochkamera, Steinecks Armbanduhr, eine Ticka und auch die Minox wird gezeigt.
Am Schluss steht eine Agfa Box als Spendensammler, machen Sie bei einem Besuch davon reichlich Gebrauch. Wer die Sammlung ansehen will, wird gebeten, sich bei Frau Steeb Telefon 07161 / 9380 - 113 zu melden. Mehrere Herren und eine Dame, von der Lokalpresse „Fotoschwaben“ genannt, die bei der Einrichtung gute Arbeit lieferten und Kreativität aufzeigten, betreuen das Museum und führen die Besucher. Der Arbeitskreis der "Fotoschwaben" organisiert Diavorträge und zeigt in der Galeriewand alle paar Monate neue Großfotos zu unterschiedlichen Themen. Bislang waren Schulklassen mit ihren Lehrern sowie fotointeressierte Gruppen aus Firmen und Vereinen und Bürger aus sämtlichen Bevölkerungsteilen zu Gast.
Für den internationalen Museumstag am 16. Mai 2004 hatten wir uns eine Ausstellung mit dem Titel : „Uhinger Prominenz und ihre erste Kamera „ ausgedacht. Der Publikumserfolg hat alle überrascht. Unsere knapp 15.000 Seelengemeinde hat eine große Palette bekannter Bürger. Sie beginnt mit dem Fotodrogisten Arnolf Brändle, dem erfolgreichen Textilkaufmann Rainer Frey, führt zum Arbeitgeberpräsidenten Dr. Dieter Hund, dem beliebten Optiker Diether Nau, bis zum inzwischen verstorbenen Apotheker Karl Welte, sowie weiteren Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Kultur- und Vereinsleben der Stadt. Sie waren gebeten einen kurzen Text zu schreiben, wie sie zur Fotografie und ihrer ersten Kamera, möglichst mit einem Bild, gekommen sind. Deren Reaktion war erstaunlich positiv, es gingen kurze Texte und Kameras ein. Die Lokalzeitung hatte ausführlich über das Vorhaben berichtet und löste eine Geschenkwelle aus. Der Drogist schenkte der Sammlung einen seltenen Ernemann Projektor 9 x 9 cm, wahrscheinlich von 1910. Der Apotheker steuerte eine Rollei 35 bei. Der Höhepunkt war das Geschenk der Verlegertochter Ruth Aberle aus Göppingen, die eine Rolleiflex, - erste Redaktionskamera von 1946 - der Sammlung übereignete. In unserem kleinen Museum haben wir seit der Eröffnung am 12. Dezember 2003 gut besuchte Führungen veranstaltet.
Besuchen auch Sie das Uhinger Fotomuseum!


