Historische Gebäude

Das Rathaus

Das Rathaus in Uhingen ist zusammen mit der evang. Cäcilienkirche das wohl älteste Gebäude der Stadt. Im 30-jährigen Krieg, im Jahre 1644, hielt der Oberbeamte der Erzherzogin Claudia von Österreich hier Gerichtstag. Wichtigster Punkt war der Zustand und die Verwendung des Rathausofens, der "gar Übel ruiniert und verderbt worden" war.
Bis ins 18. Jahrhundert hinein fanden auf dem Rathaus neben den Trauungen auch die Hochzeitsfeste statt; darum war eine Küche eingebaut. Wer dort seine Vermählung feierte, hatte eine Miete zu bezahlen, denn "wann dort eine Hochzeit gehalten wird, solle des Zinnses wegen ein Proportionirliches Quantum gemacht und eingezogen werden". Die Gemeinde hatte also eine Wirtschafts- gerechtigkeit (Ausschank-Konzession). Um diese nicht zu verlieren, mußte bis 1830 alljährlich ein Umtrunk im Rathaus abgehalten werden.
Damals beschloß der Gemeinderat, die Küche "abgehen zu lassen" und dafür ein "Schreibereizimmer" einzurichten und im unteren Stock statt des Gefängnisses, das in den 2. Stock verlegt wurde, ein Stiegenhaus, welches sich bisher außen am Haus befunden hatte, einzurichten.
Die letzten Umbauten wurden in den Jahren 1950/51 durchgeführt. Sie waren besonders schwierig, weil während der Bauzeit die anfallenden Behördenarbeiten weiterzugehen hatten.
Das schöne Fachwerk am Nordgiebel mit der Uhr und dem luftigen Dachreiter wurde im Jahre 1972 freigelegt.
Das Uhinger Rathaus ist wohl das älteste Rathaus weit und breit, das seit über 500 Jahren als Sitz der Verwaltung genutzt wird.
Auch heute noch ist im Rathaus das Zimmer des Bürgermeisters, das Hauptamt, die Einwohnermeldebehörde und der ehemalige Sitzungssaal, der heute als Trauzimmer benutzt wird, untergebracht.
Im "Alten Schulhaus", direkt neben dem Rathaus sind die Stadtkämmerei und das Stadtbauamt untergebracht.


Der Berchtoldshof

Der Berchtoldshof war ursprünglich als württembergisches Lehen über Jahrhunderte hinweg eines der größten Anwesen in Uhingen. Aus den Lager- und Kaufbüchern sind über den Berchtoldshof interessante Daten überliefert.
Im Jahre 1477 bezeugt ein Eintrag im Lagerbuch, Seite 243, das heute im Staatsarchiv in Stuttgart aufbewahrt wird, daß die Verwalter Ulrich Cleib und Gyfer Rumpold je zur Hälfte den Berchtoldshof in Uhingen verwalten.Im Laufe der Jahrhunderte wechselten die Besitzer häufig, bevor er ab dem Jahre 1848 in den Besitz der Familie Kohler kommt. 1903 ging der Besitz durch die Heirat von Friedericke Kohler mit Andreas Geiger in dessen Familie über.Von Familie Geiger übernimmt im Jahre 1980 die Gemeinde das Anwesen und renoviert es in den Jahren 1983/84 grundlegend.Das Heimatmuseum Berchtoldshof zeigt in didaktisch hervorragend aufgearbeiteter Form frühgeschichtliche Funde aus Uhingen; insbesondere aus der Alemannenzeit.Weiter wurde die mittelalterliche Glasherstellung im Nassachtal sehr intensiv aufgearbeitet, so daß dieser Bereich fachlich interessierte Besucher aus ganz Deutschland, ja Europa, anzieht.Eine von einem Privatsammler im Dachgeschoß eingerichtete Heimatstube zeigt bäuerliches Kulturgut der letzten 200 Jahre.Zur Konzeption der Stadt für den Berchtoldshof gehörte von Anfang an der Wunsch, ständig Besucher und kein verstaubtes Museum zu haben.


Schloss Filseck

Die Herren von Schloss Filseck Die Burg Filseck geht - wie so viele andere Burgen auch - in die Stauferzeit zurück und wurde vermutlich von Graf Egino von Aichelberg um 1230 gebaut.
1268
wird ein Ritter Ernst von Filseck als Dienstmann der Grafen von Aichelberg genannt, was darauf schließen lässt, dass zu dieser Zeit Filseck in Aichelberger Besitz war.
Dass es sich beim Besitzer von Filseck um eine angesehene Adelsfamilie handeln musste, geht schon daraus hervor, dass das vom Gemäuer eingeschlossene Areal 16 Ar umfasst, was gemessen an anderen Burgen, z.B. Staufeneck, das 7 Ar einschloss, von beachtlicher Größe war.
Bis zum Jahre
1318
war die Burg in Aichelberger Besitz. Damals verkauften Graf Diepold von Aichelberg und seine Söhne die Burg an den um Vermehrung seines Besitzes bedachten Grafen Eberhard I. von Württemberg.
Doch schon in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ging die Burg an die Herren von Reußenstein über, in deren Besitz Filseck 200 Jahre war. Einer der Reußen, Hans-Michael Reuß von Reußenstein, wurde als Kommandant der Burg Hohenstaufen unrühmlich bekannt. Im Jahr
1525,
beim Ansturm der Gaildorfer Bauernhaufen, nahm er bei Nacht und Nebel Reißaus und flüchtete unter Zurücklassung der Besatzung nach Filseck.
1568
wurde Filseck von Balthasar Moser, der bis dahin Bürgermeister von Göppingen und zudem Verwalter von Kloster Adelberg war, erworben. Als Inhaber dieses Rittergutes konnte er vom Kaiser in den Adelsstand erhoben werden.
Das war auch der Grund, warum der äußerst geschäftstüchtige Bürgermeister Filseck kaufte. Der nunmehr geadelte Moser von Filseck und Weilerberg verkaufte dann schon im Jahre
1573
die Burg an Dietrich von Gemmingen. Unter ihm stand es mit Filseck auch nicht zum Besten, so dass er wenig Freude daran hatte und den Besitz bereits
1596
an Burkhardt von Berlichingen weiterveräußerte. Dieser ließ in den folgenden Jahren anstelle der Burg ein Renaissances Schloss erstellen. Der Nord- und ein Teil des Ostflügels bekamen in etwa die heutige bauliche Gestalt. Wegen der ihm vorgeworfenen finanziellen Unregelmäßigkeiten in Diensten des württembergischen Herzogs kam er 1597 in Haft. Zweieinhalb Jahre verbüßte er auf der Festung Hohenurach und Hohenneuffen. Seine in Waiblingen wohnende Frau musste sich zwangsläufig um den gerade begonnenen Schlossbau kümmern. Nach der Entlassung aus der Haft zog Burkhardt von Berlichingen nach Prag und überließ
1608
seinen fünf Erbtöchtern Schloss Filseck, das diese und ihre Nachkommen über den 30-jährigen Krieg hinweg bis 1710 in ihrem Besitz halten konnten.
1710
ging Schloss Filseck in den Besitz des Klosters Schöntal über.
Abt Knittel - bekannt geworden durch die nach ihm benannten Knittelverse - hatte an seinem Besitz keine ungeteilte Freude, denn der Vogt zu Göppingen meldete dem Herzog jede Taufe, Hochzeit oder jeden Gottesdienst, die Schöntal durch Kapuziener aus Dürnau in der wenig später eingerichteten Schlosskapelle auf Filseck heimlich für Nichtschlossbewohner abhielten. Dies führte zu Reibereien. Der Abt verkaufte
1721
Schloss Filseck an den General Carl Magnus Leutrum zu Ertin-gen. Er ließ den Ostflügel des Schlosses und auch den Charlot-tenhof, der nach seiner Gemahlin benannt wurde, erbauen. Zudem entstanden auch Parkanlagen und Alleen. Seiner hohen Schulden wegen ging Filseck in Konkurs und
1749
an den Hauptgläubiger, den Augsburger Bankier Christian I. von Münch. Die Familie Münch, die seit 1850 ihren Sitz in Hohenmührigen hatte und auch noch mehrere Schlösser und Gutshöfe ihr eigen nannte, war bis zuletzt im Besitz des Schlosses Filseck. Der letzte männliche Spross, Oskar von Münch, starb 1920 in einer Heilbronner Heil- und Pflegeanstalt. So kam Filseck in Erbfolge an Freiherr Arnold von Podewils, Rittmeister in Leinstetten, Sohn der einzigen Schwester Gabriele, geborene Münch. Dieser verstarb 1953. Seine zweite Ehefrau, Margarete, geborene Rohr, erbte das Gut.
Sie verkaufte nach dem Brand im Mai
1971
Schloss Filseck an Dr. Manfred Beck aus Stuttgart, ehe es
1986
der Landkreis Göppingen nach vielen fehlgeschlagenen Projekten und Verkaufsabsichten als "Ruine mit Dach" erwarb, um das Schloss als Kulturdenkmal und Landmarke zu erhalten.
Die Bauarbeiten begannen 1989 und konnten mit einer Einweihungswoche im Juni
1994
abgeschlossen werden. Die Kosten betrugen rund 23 Millionen Mark. Fünf Millionen davon steuerte das Land bei und tatkräftigst half der seit 1986 bestehende "Förderkreis Schloss Filseck".
Das Schloss beherbergt heute neben dem Restaurant und Sälen sowie den zugehörigen Wohnungen das Kulturamt des Landkreises mit Kreisarchiv und Kreisarchäologie.
Im Dachgeschoss befindet sich die Dokumentation zur Schlossgeschichte.
Dank der Aktivitäten des "Förderkreises Schloss Filseck" und des Vereins "Musik auf Schloss Filseck" wurde das Schloss zu einer Kulturstätte, die den Kreis Göppingen, Uhingen und Schloss Filseck weithin bekannt gemacht haben.


Die evangelische Cäcilienkirche

Die am 10. August 1519 geweihte „Pfarrkirche zur Heiligen Cäcilie“ bildet den Grundbestand des heutigen Kirchengebäudes. Aus dieser Zeit stammt der spätgotische Chor. Seit 1534 ist die Kirche ununterbrochen Ort des evangelischen Gottesdienstes. „Im Jahr 1693, inmitten der Wirren des türkisch-französischen Krieges wurde die Kirche erweitert und erneuert“, wie es der Gedenkstein in der Sakristei dokumentiert. Die Kirche war so baufällig geworden, dass die Gemeindeglieder „samptlich bei Haltung des Gottesdienstes in Gefahr des Leibs und Lebens sich befanden“. Bei diesem Umbau wurde das Kirchenschiff erhöht und verbreitert. An der Nordseite des Turms ist das gräflich-württembergische Wappen in Stein gehauen zu sehen. Es belegt, dass der Turm noch älter ist, als die jetzige Kirche. Die älteste, heute zweitgrößte Glocke stammt von 1466 und trägt die Namen der vier Evangelisten.