Ziele der Offenen Kinder- und Jugendarbeit

Die Vielfalt der Angebote und inhaltliche Schwerpunkte werden durch die Bedürfnisse und Interessenslagen der Kinder und Jugendlichen aus Uhingen und den Teilorten bestimmt. Ihnen wird die Möglichkeit gegeben mitzubestimmen, mitzugestalten und ihren Erfahrungs- und Handlungsspielraum zu erweitern.

Positive Freizeitgestaltung

Eine positive Freizeitgestaltung kann an verschiedenen Orten wie zum Beispiel im Verein, in erweiterten Angeboten der Schulen und in der Zeit, die Kinder und Jugendliche mit Freunden oder allein verbringen, stattfinden.
Ziel der Offenen Jugendarbeit ist es darüber hinaus weitere Möglichkeiten entsprechend der Bedürfnisse anzubieten.
Kinder und Jugendliche werden befähigt und unterstützt, ihre Freizeit eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen. Organisatorische Kompetenzen in Zusammenarbeit mit anderen Jugendlichen sollen erworben und der grundlegende Sinn und das Wissen über positive Freizeitgestaltung vermittelt werden.



Positive Problembewältigung

Hierbei sollen die Kinder und Jugendlichen dabei unterstützt werden, Problemsituationen zu erkennen und ihre Dringlichkeit einzuschätzen. Dies kann Grundlage dafür sein, dass Kinder und Jugendliche bei einer Konfliktsituation in einem angemessenen Verhältnis das Problem angehen können.
Sie müssen lernen, mit Problemen umgehen zu können und weder sich selber noch jemand Anderen zu schädigen. Bei fehlender positiver Problembewältigung können aggressives, delinquentes Handeln, Suchtverhalten bis hin zu Suizid folgen.
Kinder und Jugendliche werden in ihrer sozialen Kompetenz entsprechend ihrer Stärken, Schwächen und Ressourcen gefördert und somit dazu befähigt, die Planung und Bewältigung ihrer Lebenssituation eigenständig zu bewerkstelligen. 



Präventionsarbeit (Vorbeugung)

Präventionsarbeit hat das Ziel, u. a. Sucht- und aggressives Verhalten bei Kindern und Jugendlichen vorzubeugen. Die sozialen, seelischen, geistigen und körperlichen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen sollen gestärkt werden. So gewinnen sie an
höherem Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein und sind dann eher in der Lage in Problemsituationen „Nein“ sagen zu können und verlieren nicht den Boden unter den Füßen. Ihnen muss man dabei helfen, Lösungsmöglichkeiten zu finden, ihre Stärken zu entdecken, ihre Gedanken und Bedürfnisse bewusst zu werden, diese zu verbalisieren und von anderen annehmen zu können.



Partizipation (Mitbestimmung)

Die Kinder und Jugendlichen bekommen die Chance, gesellschaftliche, politische, gemeindebezogene und jugendhausinterne Mitverantwortung zu übernehmen und ihr soziales Engagement einzusetzen. Das Jugendhaus ermöglicht den Besuchern, Eigeninitiative zu ergreifen, es gibt Anregungen und Anleitung, um Projekte, Angebote und Aktivitäten
eigenverantwortlich durchzuführen und sich aktiv am Jugendhausalltag und den dabei anfallenden Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Die Jugendlichen lernen den Mechanismus der Mitbestimmung kennen, lernen, sich und ihre Gedanken und Interessen verbal zu vertreten und somit auch die der Anderen zu akzeptieren und wertzuschätzen.



Integration (Herstellung eines Ganzen)

Das Jugendhaus in Uhingen ist eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Jugendhäusern, was deren Integration mit unterschiedlichen Kindern und Jugendlichen anbelangt.
Seit der Öffnung des Jugendhauses wurden stets Kinder und Jugendliche aus unterschiedlichen Kulturen gleichermaßen akzeptiert. Somit ist das Jugendhaus eine Begegnungsstätte für Kinder und Jugendliche, in der immer mehr verschiedene Peer-Groups (Gruppen von Gleichaltrigen) aufeinander treffen. (Punks, Rocker, Hip Hopper, Gothics, Emos, Skater,…)
Die Jugendlichen haben unterschiedliche soziokulturelle Hintergründe und Herkünfte, unterscheiden sich in ihrer Weltanschauung, ihrer Religion und ihrer Lebensweise. Im Jugendhaus treffen Jüngere auf Ältere, Jugendliche mit einer Behinderung auf Jugendliche ohne eine Behinderung, junge Menschen auf Senioren (Besuche im Seniorenheim).
Kinder und Jugendliche können durch dieses ständige miteinander und den Austausch lernen, diese Unterschiede zu tolerieren und zu akzeptieren. Es soll Ziel von Jedem sein sich Akzeptanz, Toleranz, Empathie und Wertschätzung zu seiner Grundhaltung zu machen.
Ganzheitliche Integration funktioniert nur durch beidseitiges Miteinander und dient zu einem besseren Zusammenleben.
Aufgabe der Hauptamtlichen Kraft ist es hierbei:

  • Schwellenängste der Gruppierungen untereinander reduzieren
  • Ausgrenzung einzelner Personen/Cliquen entgegenwirken
  • Stärken von benachteiligten Kinder und Jugendlichen
  • Stigmatisierungen entgegenarbeiten


Öffentlichkeitsarbeit

Eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit ist für eine Einrichtung und deren Kinder- und Jugendarbeit unerlässlich! Hierdurch lässt sich Transparenz schaffen und bei wichtigen Anliegen eine große Zahl von Menschen erreichen. Wichtig bei einer positiven Öffentlichkeitsarbeit ist es, der interessierten Allgemeinheit durch die Offenlegung Einblick, in die Arbeitsinhalte, aktuelle Situationen, Problematiken und Besucherstrukturen zu ermöglichen und um möglichen Stigmatisierungen entgegenzuarbeiten.
In Form des regelmäßigen Erscheinens, z. B. in der NWZ, Stuttgarter Zeitung, Miteilungsblatt, in Gremien und durch eine eigene Homepage ist die Präsenz nach außen gewährleistet. 



Lobbyarbeit

Die Belange von Kindern und Jugendlichen sollen bei den Bürgern, verschiedenen Institutionen, der Stadtverwaltung Uhingen und politischen Gremien durchgesetzt werden. Dies ist eine wichtige Aufgabe für den Jugendpfleger / die Jugendpflegerin, der / die täglich Einblicke in die Situation, Bedürfnisse und Probleme von Kindern und Jugendlichen hat.
Die hauptamtliche Fachkraft ist Sprachrohr der Kinder und Jugendlichen bei politischen Angelegenheiten, Problematiken an Treffpunkten der Kinder und Jugendlichen und Veränderungen in der Gemeinde. 



Logo des Jugendhauses
Ortsplan von Uhingen aus dem Jahre 1828


Aufgeschlagenes Buch


Lagerbuch 1594


Postkarte von Uhingen aus dem Jahr 1915